Mein Weg zum NLP oder: Wer nicht wagt…

Heute ist es eine Woche her, dass ich es gewagt habe, ein ganzes Wochen-Seminar zum Thema NLP zu besuchen, sprich NLP Basics. Und es ist tatsächlich so, wie man´s sagt: wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Mein `sich-wagen´ hat sich dann auch gelohnt: Die ganze Woche war so mega inspirierend, dass ich davon noch genug zu zehren habe, bis ich im Herbst mit dem Practitioner anfange, in shaa Allah.

…Der nicht gewinnt!

Das Wichtigste, was ich während der Teilnahme gelernt habe: wenn ich persönlich weiterkommen möchte, springe ich über meinen Schatten (das Wort „muss“ lasse ich diesesmal bewusst aus, NLP´ler wissen, warum)!

Was heißt das konkret? Am liebsten hätte ich vor lauter Angst garnicht teilgenommen. Denn neben meinen 2 Kindern, habe ich zurzeit auch 3 meiner Stiefkinder zu Besuch. Meine Mutter jedoch pushte mich dann, es doch zu machen. Jetzt oder nie!!

Auch die Sorge vor der direkten Konfrontation mit wildfremden Leuten, Sorge vor Befremdlichkeit aufgrund meines Hijabs und dergleichen plagten mich. Wie würden sie auf meine Bedeckung reagieren? Würden sie mich als minderwertig ansehen? Oder gar als manipuliertes Etwas?…

Doch mein Verlangen nach persönlicher Weiterentwicklung war Gott sei Dank stärker und so entschloss ich mich, ALLES zu geben, um das größtmöglichste aus diesem Seminar mitzunehmen!

Aller Anfang ist Schwer…

Tatsächlich bibberte ich innerlich vor Aufregung, als ich dann aufgrund unerwarteten Staus zu spät kam. Mein Mann neckte mich noch mit den Worten: Oooh, eine bedeckte Muslima, die am ersten Tag direkt zu spät kommt…!! Na, danke für diese Aufmunterung!

Ich setzte mich also auf den letzten noch freien Stuhl im Sitzkreis, die Hälfte der Vorstellungsrunde bereits verpasst habend. Was ich dann auch noch zu Ohren bekam, milderte meine Aufregung nicht wirklich: Lauter Menschen, die bereits eine große Karriere hinter sich (oder die Jüngeren noch in Aussicht) hatten, d.h.in leitenden Positionen waren, Selbstständig, oder ZUMINDEST einen Berufstitel mit guter Anstellung hatten.

Wer bin ich???

In mir rasselte es nur so: wie soll ICH mich denn vorstellen? Zumal ich ja kaum etwas abgeschlossenes auf Papier vorzuzeigen habe? Ich wurde innerlich klein, wollte mich am liebsten in mein Schneckenhäuschen kriechen.

Aber es blieb mir nichts anderes übrig, als DOCH etwas über mich zu erzählen. So kam natürlich auch mein Lebenswandel direkt zur Ansprache (Bin Deutsch, auch wenn ich nicht so aussehe!) und mein Auslaundsaufenthalt in Ostafrika. Auch das Interesse am NLP konnte ich irgendwie begründen. So wirklich zufrieden war ich allerdings nicht mit mir. Hätte ich die Zeit dazu gehabt, hätte ich mich bereits innerlich zerrissen und fertig gemacht. Dass ich (2fache) Bloggerin bin, hatte ich zum Beispeil ganz vergessen zu erzählen. Auch, dass ich durch meinen Lebenswandel und meine Reisen für´s Leben gelernt habe. Oder, dass eine 2-fache Mutter und Inhaberin einer binationalen Ehe auch eine gehörige Leistung ist 😉

Irgendwie fühlte ich mich nun ganz offen und positiv aufgenommen. Und letztendlich hatten wir alle zumindest EINE Sache gemeinsam: das Bedürfnis nach persönlicher Weiterentwicklung!

Genau richtig hier

Nach einer interessanten Einführung der Dozentinnen in das Thema dachte ich mir: ja doch, du bist hier genau richtig, alhamduliLLah! Auch die Pausengespräche verliefen sowas von interessiert und offen, dass ich mich von Tag zu Tag dort wohler fühlte.

Mir wurde plötzlich bewusst, dass wir irgendwo alle eine einzigartige Geschichte haben, die es einfach nur anzunehmen galt, ohne zu bewerten. Ich fühlte aufeinmal eine große Angenommenheit als Mensch und zugleich eine Liebe für jeden Menschen meinerseits. Irgendwie so unbeschreiblich schön und ungewohnt war es für mich, trotz (oder gerade wegen) meiner Geschichte doch so offen angenommen zu werden!

Alles gebend, im Flow

Dies feuerte mich unheimlich an, WIRKLICH alles zu geben. Ich sprang in jeder Gesprächsrunde und jeder Gruppenübung über meinen Schatten, beteiligte mich rege, war ganz in meinem Element. So kannte ich mich selbst garnicht! Aber das zeigte mir auch wiederum, dass ich mich seit meiner Schulzeit Gott sei Dank weiterentwickelt habe und nun einfach das lerne, was mich total interessiert! Nicht umsonst sagt man ja, dass das Lernen, welches einen wirklich interessiert, wie von selbst geschieht- eben wie im Flow.

Das Schöne war zudem, dass das gerade noch Gelernte direkt in Gruppenübungen praktiziert wurde. Man konnte also garnicht anders, als einen Teil von sich preis zu geben, um weiter zu kommen, also an sich zu arbeiten. Und das Allerschönste daran war, dass die Übungen wirklich was gebracht haben- und zwar JEDEM! Intensiver geht es kaum…

An die Grenzen gehendend

Dementsprechend war ich am Ende des Seminars um 17 Uhr 15 sowas von ausgelaugt, dass ich nicht wusste, wie ich mich nun noch um meine 5köpfige Rasselbande kümmern könnte (denn mein Mann flog nach dem 2.Seminartag schon wieder ab). Ja, wie sollte ich überhaupt den Stau-geplagten Heimweg bewerkstelligen?

Irgendwie habe ich es aber doch gepackt, alhamduliLlah. Dank meiner Mutter, die kurz vor dem Zusammenbruch stand; dank sämtlichen Fastfood-Alternativen und dank der tollen Seminar-Gruppe und den besten Seminarleiterinnen.

Comin-Out

Am allerletzten Tag dann noch der Ausbruch schlechthin: ich stellte mich als Übungs-Beispiel zur Verfügung. Mit meinem sensibelsten Thema. Vor allen! Aber ich dachte mir: dies ist die beste Chance, um endlich dieses Thema vom Profi, d.h. meiner Dozentin bearbeiten zu können und es ein für allemal zu überwinden (in shaa Allah)!!

So kam es dann auch zu sehr emotionalen Momenten und zu einer glorreichen Auflösung. YEAH, ich „rocke“ das ab jetzt! Von nun an werde ich alles schaffen, was ich mir vornehme, da ich mir selbst nicht mehr im Weg stehe! In shaa Allah!

Meine Seminaris (so nenne ich meine Seminarteilnehmer) hatten teilweise genau so Tränen in den Augen vor Ergriffenheit. Ich spürte förmlich den Respekt, den sie vor mir hatten. Aufeinmal war ich nicht mehr diejenige, die sich verstecken musste. Ich war ganz da, ganz ich, und das war gut so! ICH war gut so, wie ich war!

(M)ein persönlicher Meilenstein

Eine wunderschöne Erfahrung. Alhamdulillah für all dies. Schließlich bekam ich auch am selben Tag noch das Zertifikat, was für mich wirklich einen Meilenstein bedeutete.

Das Schöne ist, dass ich die Inhalte des NLP auch mit meinem Muslimischen Glauben gut vereinbaren konnte. Einfach an die richtigen Stellen „In shaa Allah“ (So Gott will, d.h. alles geschieht nur mit Seinem Einverständnis, auch wenn wir vieles selbst steuern können) setzen.

Schön war auch, dass ich so einige Vorurteile meiner Seminari´s sprengen konnte und so zu einem differenzierteren Bild über den Islam und die Muslime vermitteln konnte.

Dieses Sprengen der Vorurteile ist inzwischen zu meinem Lieblings-Hobby geworden, aber dazu an anderer Stelle vielleicht mehr 😀

Ähm… Da war doch noch was!?!?

Ihr fragt euch jetzt sicherlich, was genau NLP ist? Das werde ich in einem 2.Teil erklären (soweit mich meine Rasselbande lässt). Klar, eigentlich sollte ich das an den Anfang setzen, so ganz systematisch aufbauend. Doch das würde mir Eure Aufmerksamkeit kosten. Außerdem ist anders auch okay- wer richtet sich schon an Normen? 😉

In diesem über den eigenen Schatten springenden Sinne,

Eure Khalisa

Ein Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s