Eine Kämpferin ohnegleichen

Kennst Du schon den Doku-Strudel, der Dich so lange ein-saugt, bis Du Dir dessen bewusst wirst und dann ganz bewusst die „Stopp-Taste“ drücken musst, um ihm zu entkommen?

So ging es mir vor ein paar Tagen! Man kann mich nicht mit Filmen locken, aber Dokus? Da kann ich kaum Nein sagen 😀 Wenn man die eine fertig hat, gibt es da noch so Zig andere interessante Themen- und man lernt unheimlich viel dazu (gut, JEDES Thema ziehe ich mir auch nicht rein).

Eine dieser Doku’s ist bei mir besonders hängen geblieben und hat mich besonders nachdenklich und zugleich dankbar gemacht: Elisa Chirino- Nur eine falsche Bewegung. Wenn ein Unfall das ganze Leben verändert.

Wie man dem Titel schon entnehmen kann, handelt sich die Doku um das Leben eines Mädchens, welches im Jahre 2014 durch einen Unfall komplett auf den Kopf gestellt wurde: Die 16-Jährige Elisa ging zu einem Leistungssport-Gymnasium, um ihr Talent und ihre Leidenschaft voll ausleben zu können: das Turnen. Sie wird Landesmeisterin und bereitet sich schließlich als Jüngste Teilnehmerin für die Olympiade vor. Eines Tages- sie macht gerade ihre letzte Übung des heutigen Trainings- landet sie nach so einem Looping (oder wie auch immer das auf Turn-Sprache heißt) nicht auf den Beinen, sondern auf ihrem Genick. Resultat: Doppelter Wirbelbruch unterhalb des 3.Halswirbels, infolge dessen Querschnittslähmung.

Lähmende Diagnose

Eine lähmende Diagnose für einen Teenager, der gerade anfing, sein Leben in die Hände zu nehmen und durch zu starten! Nun war Elisa nichts mehr möglich- weder die Nahrungsaufnahme, geschweige denn sich normal zu bewegen. Es fehlte ihr jedes Gefühl und jegliche Kontrolle über den Körper.

Man kann sagen, sie rutschte innerhalb einer Sekunde von einem Extrem ins andere…

Nacher

Mit Willenskraft geht’s weiter

Doch man würde Elisa nicht kennen, würde man meinen, sie gäbe nun auf! Und das ist, was ich so faszinierend an ihr finde: sie hat diesen gewissen Ehrgeiz, diesen gewissen „Biss„, den man als erfolgreicher Sportler haben muss, um es zu etwas zu bringen!

Klar, war sie tot-unglücklich. Doch anstatt nur herum zu jammern und depressiv zu werden, gab sie in den folgenden 20 Monaten Krankenhaus- und Reha- Aufenthalten ihr Bestes, um am Ende zumindest in der Lage zu sein, ihre eine Hand etwas zu bewegen, zu sitzen, selber zu schlucken…

Schließlich kam sie in ein hoch-automatisiertes, eigenes Apartment. Endlich hatte sie wieder ihre eigenen 4 Wände- wenn auch im Nebenzimmer immer jemand war, um ihr zu assistieren. Aber besser, als gar nichts.

Familie ist alles

Ihre Familie unterstütze sie, wie sie nur konnte und mit ihren 2 Schwestern versuchte sie, alles nur Mögliche zu machen, um ein paar Momente der Unbeschwertheit zu genießen: sich schminken, Konzerte besuchen, Stadt-bummeln… Selbst das Riesenrad war ihr nicht gut genug- sie wollte auch auf den Tower, dieses Teil mit dem Freifall! Und so erreichte sie auch dieses mutmaßlich kleine Ziel, was für sie jedoch ein Stück Freiheit bedeutete.

Elisa mit ihren Schwestern, die ihr immer wieder ein Stückchen Sorglosigkeit ermöglichen
Elisa wird an den Tower geschnallt
Elisa liebt es, an ihre Grenzen zu gehen und traut sich Dinge, die sich nicht jeder traut!

Jeden Tag auf’s Neue

Zudem ließ sie sich nicht unterkriegen, spannte einen Stift an ihre Hand und holte ihr Abitur nach- und zwar genau auf der Schule, auf der sie diesen Unfall hatte! Zwischen all den Leistungssportlern fühlte sie sich immer noch wohl und geborgen. Und bestimmt wurde sie durch dieses Stückchen „alter Normalität“ auch motiviert, jeden Tag auf´s Neue ihr Bestes zu geben!

Heute hat sie ihr Abitur in der Tasche und möchte studieren. Sie trainiert fleißig, hält ihren Körper in Schwung, obwohl sie in den Beinen nichts spürt. Und übt mit einem riesengroßen Gerät, zu stehen. Ich bin mir sicher, dass sie das mit ihrer Willenskraft auch irgendwann schaffen wird, in shaa Allah!

Ein Vorbild für alle

Das Faszinierende an ihr ist, dass sie nicht ihre innere Verzweiflung und ihren Frust nach außen trägt, dass sie sich nicht davon dominieren lässt. Man braucht gar nicht groß nachzudenken, um sich vorzustellen, wie sie sich nach den Dingen sehnt, die ihre Altersgenossen tun können, nur sie nicht. Zum Beispiel einen Partner zu haben, oder einfach mal aufzustehen, um sich ein Glas Wasser zu holen…

Trotzdem versucht sie, das Beste daraus zu machen, in jeglicher Hinsicht!!

Ich finde, wir können uns an ihr wirklich ein Beispiel nehmen. Viel zu leicht jammern wir über Kleinigkeiten wie das Wetter, einen kleinen Schnitt im Finger, oder Ähnliches.

Von Elisa können wir lernen, dass wir einfach mal dankbar sein sollten für das, was wir haben und uns niemals mit „gut“ zufrieden geben, sondern IMMER unser Bestes geben, egal in welcher Situation!

Möge ihre Situation erleichtert werden und möge sie stets ihre innere Stabilität und Stärke beibehalten, amin.

Falls sie diesen Artikel einmal zu Gesicht kriegen sollte, hoffe ich, sie etwas ermuntert zu haben. Und dass sie sich auf die Suche macht nach dem „höheren Sinn“ im Leben, der sich natürlich nicht nur um das Körperliche dreht.

Jedenfalls hat sie meinen größten Respekt und ich wünsche ihr nur das Beste!

Die Geschichte einer wahren Kämpferin, die aus einem Schicksalsschlag das Beste machte: Lisa Chirino.
Wahre Stärke hat Elisa aufjedenfall bewiesen!

Gerne dürft ihr kommentieren und liebe Grüße an sie hinterlassen…falls sie es einmal liest 🙂

Eure Khalisa

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