Wie man die Negativität anderer an sich abprallen lässt

Wir alle kennen sie: diese Tage, an denen man in eine richtig unangenehme Situtaion kommt, über die man hinterher noch stundenlang grübelt und sinniert.

Als Einstieg in das heutige Thema möchte ich euch eine kurze Geschichte erzählen.  Ort: Fitness-Studio. Szene: im Zirkeltraining.

Ich schaue auf die Uhr und realisiere: Oh nein, du hast nur noch 10 Minuten, bis du bei deinen Kindern sein solltest!! Also überspringe ich einfach die „auf-der-Stelle-Joggen-Station“ und melde mich beim selben Gerät wieder für die nächste Übung an.

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Zirkeltraining

Das geht einmal gut. Noch 2 Übungen to go, also überspringe ich wieder die „aktive Erholungsphase“. Nun meckert rechts neben mir eine Dame mittleren Alters, dass das jawohl nicht ginge! Ich würde die mir folgenden Personen aufhalten! Ich schaue zu meiner Linken und sehe, dass noch alles im Grünen Bereich ist: es wird noch eine ganze Runde dauern, bis die nächste Person an mein Gerät will! Als erkläre ich der Dame, ich sei unter Zeitdruck und es werde schon alles hinhauen. Sie murmelte noch etwas von „Das geht ja mal garnicht!“. Ich erwiederte :“Doch, es wird schon gehen!“

Blöderweise habe ich die nächste Übung etwas später als die anderen angefangen, sodass die mir nachfolgende Person nun wirklich durch mich blockiert wird. Aber kein Problem- sie überspringt meine Station einfach und läuft zur nächsten. Und das ohne jeglichen bösen Blick oder Kommentar.

Die Mecker-Dame kann sich einen letzten Kommentar wieder  nicht verkneifen. Meine letzte Übung ausführend (jetzt erst recht an derselben Station!) denke ich mir nur : „Ein bisschen Flexibilität im Leben hat noch niemandem geschadet!!!“

Schade eigentlich, denn das Training hatte heute so viel Spaß gemacht- trotz beidseitiger Meniskus-Risse konnte ich in den „aktiven Erholungspausen“ hüpfen und springen, wie schon lange nicht mehr, alhamduliLlah!

An dieser Stelle machen wir einen Cut.

Ja, es war nicht korrekt von mir, in einem Zirkeltraining einfach bei einer Station zu verharren. Und im Nachhinein hätte ich mich lieber bei meiner Nachfolgenden Person dafür entschuldigt. Dafür hatte ich allerdings keinen Kopf, denn ich regte mich innerlich viel zu sehr über diese Mecker-Dame auf.

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Weiter geht´s im Gedankenkarussel…

Im Auto nach Hause düsend, geht mir diese unfreundliche Art der Dame einfach nicht aus dem Kopf. Hätte ich ihr bloß geantwortet und einen Konter gegeben! Denke ich mir.

Stopp mit den negativen Gedanken!

Dann jedoch halte ich inne in meinem negativen Gedankenfluss und sage mir: STOPP! „Es bringt jetzt überhaupt nichts, sich über diese Situation Gedanken zu machen!“ Ich wende also meine eingeübte Strategie an: ich gebe der ganzen Situation eine andere Bedeutung!

Anstatt zu denken, dass diese Person richtig blöde ist und mir durch ihre Art das ganze schöne Training versaut hat, versuche ich, die Situation anders zu bewerten: „Ach die arme Frau, die nichts anderes zu tun hat, als sich über einen Fehler aufzuregen, der sie persönlich nichts angeht!“ Und: „Sie muss ja ein sehr langweiliges Leben führen, dass sie sich wegen so etwas zur Weißglut bringen lässt!“

Und schon war mein Tag gerettet und meine eigene Positivität auch.

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Goldene Regel:

Es liegt an unserer persönlichen Interpretation einer Situation, ob wir uns dadurch den Tag verderben lassen, oder eben nicht! Wenn dich jemand sehr aufregt, versuche, sein Verhalten nicht persönlich zu nehmen. Finde vielmehr Gründe, die diese Person zu solch einem Verhalten bringen könnten!

Meine „Entschuldigung“ für diese Frau klingt zwar ihr gegenüber etwas abwertend. Aber gerade durch solche „Entschuldigungen“ nimmt man der ganzen aufgeballten Wut die Luft aus den Segeln! Besser also, du denkst dir eine Entschudigung zurecht, von der nur du etwas weißt, als dass du aufgrund deiner Überinterpretation noch einen Streit mit dieser Person riskierst oder die Wut an deinem Umfeld raus lässt!

Durch diese Uminterpretation geben wir einer uns störenden Handlung unseres Gegenübers eine Erklärung, die uns beinahe zu Mitleid führt. So wird der „Täter“ zum Opfer und alles sieht schon wieder anders aus. Irgendwie ertragbarer.

IDEALER WEISE…

Im Idealfall hätte ich natürlich vor Ort dieser Mecker-Dame den Wind aus ihren aufgeblähten Segelen nehmen können, indem ich äußerst gelassen, freundlich und verständnisvoll reagiert hätte.

Dieses erstrebenswerte Verhalten haben wir vom Propheten Mohammed (Friede uns Segen seien auf ihm) gelernt:

„Gehört nicht zu jenen Menschen mit schwachem Charakter, die sagen: ‚Wenn die Menschen Gutes tun, dann tun wir dies auch, und wenn sie jemanden unterdrücken, dann unterdrücken wir auch.’ Im Gegenteil, macht es euch zur Angewohnheit, Menschen mit Gutem zu begegnen, wenn sie Gutes tun, und sie nicht ungerecht zu behandeln, wenn sie Böses tun.“ 

(Tirmidhî, Birr, 113, Hadith Nr. 2007)

Und auch im Qur´an wird uns geraten:

„Das Gute und das Böse sind fürwahr nicht gleich. Wehre (das Böse) mit Besserem ab, und schon wird der, zwischen dem und dir Feindschaft war, dir wie ein echter Freund werden.“ (Sure Fussilat, 41:34)

Die obigen Zitate sind selbsterklärend: man soll Schlechtes mit Gutem begegnen!

Allerdings wären wir keine Menschen, wenn wir nicht Fehler machen würden, sie dann einsehen. um schließlich daraus zu lernen und etwas zu ÄNDERN!

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In shaa Allah wird uns diese Strategie etwas helfen, in jeder Situation ruhig zu bleiben. Denn die richtige Interpretation führt auch zu guten/besseren/gelasseren Taten.

Möge Allah uns die Standhaftigkeit geben, in jeder Situation mit Geduld und Liebe zu reagieren.

Wassalamu alaikum und Auf Wiedersehen!

Eure Khalisa

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